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Gemessen an den Spielern, den Vereinen und der Spielstärke in der Bundesliga ist Deutschland die klare Nummer 1der Welt. Aber: im Mutterland des Handballsports hinkt die Realität derzeit hinter dem Führungsanspruch hinterher. Deshalb will Deutschland die Vormachtstellung zurückerobern. Gelingt das bei der Euro 2010? Offen gesagt. Die Ausgangslage spricht nicht dafür. Einerseits weil das Team neu formiert wurde, andererseits weil Leistungsträger wie Pascal Hens und Sebastian Preis ausfallen. Bis zuletzt fraglich war auch der Einsatz von Torhüter Johannes Bitter nach einer Ellbogen-Operation. Dem Nationalteam wird aber auch nachgesagt, dass ihm Reife und Erfahrung für einen Sieg bei einer internationale Großveranstaltung fehlen. Das wurde schon bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr in Kroatien aufgezeigt, als sich Deutschland mit Rang fünf zufrieden geben musste. Positiv stimmt wiederum die Tatsache, dass Deutschland in der Vorbereitung auf die Euro 2010 den Supercup der Nationalteams gewann und dabei so starke Nationen wie Dänemark, Schweden und Norwegen besiegen konnte. Für weitere Vorschusslorbeeren sorgt auch das Phänomen, dass sich Deutschland bei internationalen Turnieren immer steigern kann und sich von Spiel zu Spiel zu einer schwer bezwingbaren Einheit formt. Das wurde besonders bei der Heim-WM 2007 herausgestrichen. Nach schwachem Start steigerten sich die Mannen um Trainer Heiner Brand zu einer Formation, die mit dem Gewinn der WM-Krone für das Wintermärchen 2007 in Deutschland sorgte. 19.000 Zuschauer in der Köln-Arena und 20 Millionen an den TV-Geräten – ein ganze Nation feierte am 4. Februar den Weltmeistertitel. Den insgesamt dritten der Geschichte. Ein Märchen, das einen wahren Handball-Boom in der Bundesrepublik auslöste. Mit noch nie erreichten TV-Einschaltquoten bei Bundesligaspielen und Länderkämpfen; mit Zuschauerzahlen, von denen jede andere Nation nur träumen kann. |
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Handballboom in Deutschland Daran hat sich bis heute nichts geändert. Handball ist hinter Fußball die klare Nummer zwei in der Beliebtheitsskala der Sportarten in Deutschland. Geändert hat sich inzwischen der sportliche Anspruch auf dem Nationalteam-Parkett. Er hielt bei den letzten Groß-Turnieren, den Olympischen Spielen in Peking 2008 mit Platz neun und der Weltmeisterschaft in Kroatien 2009 mit Rang fünf nicht mehr mit den Erwartungen der Handball-Nation Nummer 1 mit. In Kroatien war aber ein Aufwärtstrend erkennbar. Nur eine zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidung verhinderte den Einzug ins Halbfinale. Rang fünf ist aber auch auf den Neuaufbau zurückzuführen. Nach den Olympischen Spielen in Peking beendeten die Leistungsträger Henning Fritz und Florian Kehrmann ihre Laufbahn im Nationalteam. Geblieben ist aber die Mannschaftsstärke. Sie baut auf eine starke Verteidigung und bombensichere Torhüter auf. Allen voran dabei Abwehr-Bollwerk Oliver Roggisch. Die Fäden im Angriff zieht Michael Kraus und auf den Flügelpositionen sorgen Dominik Klein und Torsten Jansen für Gefahr. Um diesen Kern sammeln sich Spieler, die dem Anspruch des deutschen Handballsports gerecht werden sollen. Der heißt eben bei der Euro 2010: Ganz vorne, also um den EM-Titel, mitspielen. Brand stapelt tief Das verlangt allein die Tradition. Lauf, Sprung, Wurf – also Handball – verbreitete sich in Deutschland wie ein Lauffeuer. Nicht verwunderlich also, dass ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in München 1972 Handball wieder ins Olympische Programm aufgenommen wurde. In der Zeit des zweigeteilten Deutschlands, war der Gewinn des Weltmeistertitels 1978 in Dänemark geradezu sensationell. Die damalige DDR belegte übrigens Rang drei. 1978 als Spieler und 2007 als Trainer dabei Heiner Brand. Er wurde inzwischen zur Ikone des deutschen Handballsports. Seine Forderung nach mehr Einsätzen von deutschen Hoffnungsträgern in der Bundesliga blieb bislang aber ungehört. Er ist überzeugt davon, dass dieser Umstand eine Ursache ist, dass Deutschland derzeit nicht als Titelfavorit bei Großveranstaltungen gehandelt werden kann. Weil zwar Talente vorhanden sind, aber nicht eingesetzt werden und damit Härte und Spielpraxis für Nationalteam-Aufgaben fehlen. Tiefstapelei? Oder reine Taktik? Mit Deutschland, und davon sind die Trainer anderer Nationen überzeugt, muss immer gerechnet werden. Der Kader für Innsbruck Vorname, Familienname, Klub, Geburtstag, Länderspiele, Tore Torhüter: Johannes Bitter (HSV Hamburg) 02. 09. 1982; 118/2. Carsten Lichtlein (TBV Lemgo) 04.11.1980; 114/1. Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) 21.10.1984; 24/0. Rechtsaußen: Stefan Schröder (HSV Hamburg) 17.07.1981; 43/93. Christian Sprenger (THW Kiel) 06.04.1983; 49/101. Rechter Rückraum: Holger Glandorf (TBV Lemgo) 30.03.1983; 112/396. Michael Müller (Rhein-Neckar Löwen) 19.09.1984; 32/83. Mittlerer Rückraum: Michael Kraus (TBV Lemgo) 28.09.1983; 85/261. Michael Haaß (FA Göppingen) 12.12.1983;43/42. Martin Strobel (TBV Lemgo) 05.06.1986; 36/58. Linker Rückraum: Lars Kaufmann (FA Göppingen) 25.02.1982; 81/184. Sven-Sören Christophersen (HSG Wetzlar) 09.05.1985; 26/47. Linksaußen: Torsten Jansen (HSV Hamburg) 23.12.1976; 167/464. Dominik Klein (THW Kiel) 16.12.1983; 101/206. Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 26.10.1986; 25/81. Kreis: Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) 25.08.1978; 123/26. Christoph Theuerkauf (SC Magdeburg) 13.10.1984; 15/36. Manuel Späth (FA Göppingen) 16.10.1985; 12/13. Matthias Flohr (HSV Hamburg) 29.03.1982; 1/2. Deutschland, Fact-Box: Größe: 357.000 km² Einwohner: 82 Millionen. Bundesländer: 16. Hauptstadt: Berlin. Handballer: 847.406. Vereine: 4634. Mannschaften: 30.000. Größte Erfolge Olympische Spiele: Gold: 1936; 1980 (DDR), Silber: 1984, 2004. Weltmeisterschaften: Gold: 1938, 1978, 2007. Silber: 1954, 2003. Bronze: 1958. Europameisterschaften: Gold: 2004; Silber: 2002; Bronze: 1998. |







