|
Schweden ist das erfolgreichste Team in der Geschichte des Hallenhandballs. Die Skandinavier fuhren je vier Welt- und Europameistertitel ein und holten zudem bei drei Olympischen Spielen die Silbermedaille. Nach einem durchschrittenen Wellental meldete sich die Truppe von Ola Lindgren und Staffan Olsson zuletzt in der Weltspitze zurück. Zwischen 1988 und 2004 konnte Schweden unter der Regie von Trainerlegende Bengt Johansson bei 16 Großereignissen 13 Medaillen einsammeln, es war dies die Zeit der „Goldenen Generation“. 1990 holten die Gelb-Blauen bei der Weltmeisterschaft in der CSSR durch einen Finalerfolg gegen die UdSSR den ersten Weltmeistertitel nach 32 Jahren Durststrecke, 1999 siegte man bei der WM in Ägypten gegen Russland. Der große Triumph bei Olympischen Spielen wollte den Schweden jedoch bislang nicht gelingen. 1992, 1996 und 2000 scheiterte man jeweils im Finale – der einzige Titel, der in den großen 1990ern verwehrt blieb. EM-Dominator Bei den seit 1994 ausgetragenen Europameisterschaften war die schwedische Equipe hingegen über Jahre hinweg der große Dominator. Von den ersten fünf Bewerben gewann sie gleich vier. 2000 und 2002 bewiesen die Nordeuropäer ihre Nervenstärke in zwei denkwürdigen Finals. Sowohl Russland im Jahr 2000 als auch Deutschland 2002 wurden erst in der Verlängerung niedergerungen. Der Titel 2002 bei der EM vor eigenem Publikum war der bislang letzte des schwedischen Teams. Danach beendete ein Großteil der „Goldenen Generation“ seine Karriere, allen voran Magnus Wislander. Der schwedische Rekordnationalspieler, der es auf 1185 Treffer für sein Heimatland brachte, wurde 1990 zum Welthandballer und 2000 sogar zum „Handballer des 20. Jahrhunderts gekürt“. Andere Stars wie Staffan Olsson oder Stefan Lövgren gaben damals ebenfalls ihren Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt. |
|
Am Weg zurück Bei der EM 2004 wurden die Schweden nur Siebter, dadurch konnten sie sich nicht für die Olympischen Spiele in Athen qualifizieren. Das größte Tal durchwanderte das verjüngte schwedische Team, als es sowohl die Teilnahme an der EM 2006 als auch an der WM 2007 verpasste. Nach dreijähriger Abstinenz meldeten sich die Schweden im Jänner 2008 bei der EM in Norwegen mit dem fünften Rang in der Weltspitze zurück. Allerdings scheiterten sie erneut an der Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking, woraufhin der damalige Trainer Ingemar Linnel sein Amt zurücklegte. Mit Ola Lindgren und Staffan Olsson folgten ihm zwei ganz Große des schwedischen Handballs nach. Sie führten ihre Truppe bei der WM 2009 in Kroatien auf den siebten Platz. Zuletzt holten die Schweden beim Supercup im Herbst 2009 einen Sieg gegen Norwegen und ein Remis gegen den jetzigen Gruppengegner Deutschland. Bei einem Vorbereitungsturnier im eigenen Land siegte man Anfang Jänner zwar gegen die Slowakei und Ägypten, unterlag jedoch Nachbar Norwegen. Für Superstar Kim Andersson sind die Ziele für die EURO dennoch hochgesteckt: „Wir wollen unter die besten vier Mannschaften des Turniers kommen!“ Starspieler Andersson Er selbst glaubt an eine Platzierung unter den besten Vier bei der EURO 2010. „Wir haben Spieler auf jeder Position, die bereits ihre ersten Schritte bei großen Turnieren gemacht haben. Jeder einzelne will Titel gewinnen“, betont Kim Andersson. Mit 27 Jahren darf sich das Rückraumass vom THW Kiel vierfacher Deutscher Meister, dreifacher Deutscher Pokalsieger, zweifacher Schwedischer Meister und vor allem Champions-League-Sieger 2007 nennen. Mit Schwedens Junioren war der Linkshänder bereits Weltmeister, nun nimmt Andersson auch mit dem Herrenteam seinen ersten Titel ins Visier. Der Kader für Innsbruck Vorname, Familienname, Klub, Geburtstag, Länderspiele, Tore Andersson Mattias (TV Grosswallstadt) 29.03.1978, 39/0 Beutler Dan (SG Flensburg-Handewitt) 07.10.1977, 53/0 Sjöstrand Johan (SG Flensburg-Handewitt) 26.02.1987, 17/0 Gustafsson Mattias (AaB Håndbold) 11.07.1978, 4 /94 Andersson Kim (THW Kiel) 21.08.1982, 155/583 Källman Jonas (Ciudad Real) 17.07.1981, 130/398 Karlsson Lukas (KIF Kolding) 21.05.1982, 33/81 Lennartsson Jan (AaB Håndbold) 22.09.1981, 97/248 Ekberg Niclas (Ystads IF HF) 23.12.1988, 3/43 Doder Dalibor (Ademar León) 24.05.1979, R92/277 Arrhenius Robert (CAI Balonmano Aragon) 14.05.1979, 165/319 Carlén Oscar (SG Flensburg-Handewitt) 11.05.1988, 51/116 Karlsson Tobias (SG Flensburg-Handewitt) 04.06.1981, 54/45 Larsson Fredrik (CAI Balonmano Aragon) 14.04.1984, 8/17 Petersen Fredrik (GOG Svendborg) 23.08.1983, 22/53 Ekdahl Du Rietz Kim (LUGI HF) 27.03.1989, 7/8 Schweden, Fact-Box: Fläche: 450.295 km² Einwohner: 9.269.986 Hauptstadt: Stockholm Größte Erfolge: 1. Platz WM 1954, 1958, 1990, 1999; EM 1994, 1998, 2000, 2002, 2. Platz WM 1964, 1997, 2001; Olympische Spiele 1992 in Barcelona, 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney 3. Platz WM 1961, 1993, 1995 Direkte Begegnungen: Gegen Deutschland: 5 Siege, 1 Remis, 3 Niederlagen (seit 1938) Gegen Polen: 3 Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen (seit 1958) Gegen Slowenien: 3 Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen (seit 1994) |







