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Er werde in neun Monaten 60 Jahre alt, deshalb habe er schon einiges vergessen. Zvonimir „Noka“ Serdarusic konnte (wollte?) sich nicht erinnern jemals in Innsbruck gewesen zu sein. Unvergessen jedoch seine Erfolge als Trainer des THW Kiel. In 15 Jahren eroberte der in Mostar geborene Kroate elf deutsche Meistertitel, fünf deutsche Pokalsiege, drei EHF-Pokale und gewann mit Kiel 2007 auch die Champions-League. Ende Juni 2009 wurde der Vertrag mit Kiel einvernehmlich aufgelöst, sein Engagement bei den Rhein-Neckar-Löwen sagte er aus gesundheitlichen Gründen ab. Für viele Handball-Fans überraschend unterschrieb Serdarusic aber im Juli 2009 einen Vier-Jahres-Vertrag als Trainer der slowenischen Nationalmannschaft. In seinem ersten Job als Teamtrainer eines Nationalteams belegte er beim Interwettencup in Linz hinter Österreich den zweiten Platz. Bei der Euro in Innsbruck wartet aber auf den 59-Jährigen Startrainer eine Nagelprobe. im Gespräch mit Robert Ullmann Sie sind erstmals als Teamchef im Einsatz. Was ist der Unterschied zu einem Vereinstrainer? Serdarusic: Das ist ganz anders als bei einem Verein. Dort kann ich täglich trainieren und auf die Spieler länger eingehen. Beim Team ist kaum Zeit dafür. Deshalb war ich über meinen ersten Einsatz damals in Linz nicht enttäuscht, weil in dieser Phase ein Sieg oder eine Niederlage nicht so wichtig war. Wie stufen sie die Vorrunden-Gruppe in Innsbruck ein? Serdarusic: Wenn schon Deutschlands Trainer Heiner Brand von der schwersten EM-Gruppe spricht, was soll dann ich sagen. Es ist und bleibt die schwerste Gruppe. Und wer die Spielstärke von Deutschland, Polen und Schweden kennt, der weiß, dass Slowenien als krasser Außenseiter eingestuft werden muss. Also rechnen sie sich keine Chancen auf den Aufstieg in die Hauptrunde aus? Serdarusic: Das schöne am Handballsport ist, das man Spiele vorher nicht ausrechnen kann. Wir sind Sportler und werden um den Einzug in die Hauptrunde kämpfen. Laut Papierform reicht es aber nur zu Rang vier. Wer sind die Gruppenfavoriten? Serdarusic: Die Ergebnisse in den Vorbereitungsspielen haben nichts zu sagen. Aber Schweden spielt unter Stefan Olsson wieder einen erfrischenden Handball, die Stärken Polens und Deutschlands sind bekannt. Slowenien wird sich aber nicht kampflos geschlagen geben. Wer ist ihr Favorit auf den Europameistertitel? Serdarusic: Frankreich. Dort sind die besten Individualisten der Welt. Jedes Nationalteam wäre froh einen Karabatic, einen Ohmeyer oder einen Narcisse – um nur drei aus dem Team zu nennen - in ihren Reihen zu haben. Waren sie vor der EM schon in Innsbruck? Serdarusic: Ich bin bald 60 Jahre alt und habe schon einiges vergessen. Ich kann nicht sagen ob ich schon einmal in Innsbruck war. Werden sie Innsbruck vor EM-Beginn besuchen? Serdarusic: Das ist nicht geplant, es kann aber sein, dass ich mir die Halle und das Umfeld anschauen werde. Wegen des Skisports werde ich sicherlich nicht nach Innsbruck kommen, weil ich erstens kein Skifahrer bin und zweitens ein künstliches Knie habe. Wie verlaufen die Vorbereitungen ihres Teams? Serdarusic: Nach einer fast zweimonatigen Pause wird das auf 22 Spieler reduzierte Nationalteam am 26. Dezember zu einem Trainingslehrgang in der Therme Olimia bis Ende des Jahres zusammengezogen. Dann ist ein paar Tage Pause. Am 6. Jänner geht es zu einem Turnier nach Dänemark, dort trifft Slowenien auf Gastgeber Dänemark, Tschechien und Norwegen. Steckbrief „Noka“ Serdarusic Geb.: 2. 9. 1950. Geburtsort: Mostar. Nationalität: Deutsch, bis 1998 Kroatisch. Größe: 1.86 m. Verh.: mit Mirjana. Kinder: Vanja, geb.: 1975. Beruf: Sportlehrer. Länderspiele: 72 für Jugoslawien. Erfolge als Spieler: Bronze bei WM 1974; Fünfter bei Olympia 1976; ein Spiel in der Weltauswahl; fünfmal jugoslawischer Meister. Erfolge als Trainer: Champions-League-Sieger 2007; 11mal Deutscher Meister; fünfmal deutscher Cupsieger; Champions-Trophy-Sieger 2007; Vierfacher Supercup-Gewinner; fünfmal Trainer des Jahres. |






