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Der Apfel, sagt der Volksmund, fällt nicht weit vom Stamm. Völlig normal also, dass Balthasar Huber wie sein Vater Lukas im Paulinum Schwaz die Schulbank drückt. Und Handball spielt. Lukas Huber war ja lange Zeit eine Stütze im Staatsligateam von ULZ Schwaz. Wo sich die Gemeinsamkeiten trennen? In der Position. Während Lukas Huber in souveräner Manier das Tor hütete, verhindert Balthasar nicht Tore, sondern wirft sie. Als Aufbauspieler oder Flügelflitzer. Warum er nicht Torhüter wurde? „Ich will mich nicht abschießen lassen“. Ein Argument, keine Frage. Bestätigt durch Vaters Worte „blaue Flecken bekommt man schon...“ Der jetzt 16-jährige Balthasar kam über Umwegen zum Handballsport. Er feierte zuerst im Eishockey (zwei Meistertitel in Wien) und später im Fußball (dreimal Tiroler Meister mit Schwaz) erste beachtliche Erfolgserlebnisse. Dann der Knackpunkt. Hannes Wanitschek, unermüdlicher Handball-Lehrer im Paulinum, machte Balthasar das Hallenspiel so schmackhaft, dass er die Fußballschuhe an den berühmten Nagel hängte. Eine vielversprechende Karriere begann. Sie führte ins U21-Team von Schwaz und ins Jugend-Nationalteam. Dort wollen sich einmal auch die 13-jährigen Geschwister Balthasars, die Zwillinge Alfons und Josefine, etablieren. Sie zählen wie viele andere aus dem Talenteschuppen des Paulinums zu den Hoffnungsträgern im Schwazer Handballgetriebe. Zurück zu Lukas und Balthasar. Bei der Frage nach dem sportlichen Wert der Handball-Euro in Innsbruck kam „das ist ein Wahnsinn für den Tiroler Handballsport“ aus beiden Kehlen. „Die Europameisterschaft ist ein Fenster in die große Welt des Handballsports“, betonte Lukas Huber, „andererseits ein Fenster um nach Tirol herein zu schauen.“ Bei der Frage nach dem Titelfavoriten trennten sich die Meinungen. Während Lukas an einen Sieg Deutschlands glaubt („Sie spielen ein System das mir taugt“), favorisiert Balthasar Frankreich und Kroatien. Nun – am 31. Jänner, nach dem Finale in Wien, werden es nicht nur Vater und Sohn Huber, sondern auch 1,2 Milliarden Handball-Fans wissen, wie der Europameister 2010 heißen wird. Steckbrief Lukas Huber. Geb.: 4.7.1961. Verheiratet mit Gertrude, seit 16 Jahren. Kinder: Balthasar (16), Alfons und Josefine (13). Wohnort: Schwaz. Beruf: Univ.-Prof., Krebsforscher. Erfolge: Jugend-Nationalteamspieler; österr. akademischer Meister, 10 Jahre Bundesliga. EM-Titelfavorit: Deutschland. Lieblingsspieler: Karabatic (FRA). Steckbrief Balthasar Huber. Geb.: 23.7.1993. Wohnort: Schwaz. Ausbildung: Schüler im Paulinum. Handballer seit fünf Jahren. Erfolge: acht Teameinsätze. EM-Titelfavorit: Frankreich, Kroatien. Lieblingsspieler: Narcisse (FRA). |






