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Handball prägt seine Freizeit. Als Spieler, als Schiedsrichter und als Funktionär. Über 40 Jahre lang. Bei der Euro 2010 ist Helmut Wille (Schwaz) der einzige Delegierte Österreichs, der als Schiedsrichter-Beobachter der Europäischen Handball-Federation (EHF) zum Einsatz kommt. Einst sorgte er am Wurfkreis für Unruhe. Und für Tore. Er war schwer zu fassen. Heute ist Helmut Wille der ruhende Pol am Kampfrichtertisch. Er sorgt für die Sicherheit am Spielfeldrand, beruhigt – wenn’s nötig ist - Trainer und Spieler bei hitzigen Situationen auf der Wechselbank. In souveräner Manier. So war Helmut Wille auch in seiner Zeit als Kreisläufer bei ULZ Schwaz. Kein Blender, vielmehr ein mannschaftsdienlicher Spieler. Auch in der zur gleichen Zeit beginnenden Karriere als Schiedsrichter war er beispielgebend. 26 Jahre lang war er mit Horst Vorderleitner (der Schwazer brachte den Turner Wille übrigens zum Handballsport) national und international unterwegs. Für vier Weltmeisterschaften, zwei Europameisterschaften und vier Europacup-Finali wurde das Duo nominiert. „Höhepunkt“, so Wille, „war zweifellos das Europacupfinale zwischen Barcelona und Zagreb im Hexenkessel von Barcelona.“ Nach dem Ende der Schiri-Laufbahn blieb Wille im österreichischen Schiedsrichter-Kollegium und wurde im Jahr 2000 zum österreichischen EHF-Delegierten nominiert. Eine verdiente und ehrenvolle Berufung. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge von Tirols EM-Organisatoren verbucht. Wille war nämlich bei allen in Tirol durchgeführten internationalen Bewerben im OK-Team dabei. Bei der Euro 2010 in Innsbruck fehlt er. „Ich kenne die Mitarbeiter, deshalb weiß ich, dass in der Landeshauptstadt alles professionell ablaufen wird“, streut der 54-Jährige Blumen und legt noch eins drauf. „Die Schiedsrichter, die ich kenne, freuen sich schon auf Tirol und den Standort Innsbruck“. Wie überhaupt die EM seiner Ansicht nach Folgewirkungen für den Handballsport in Tirol haben wird. Die Chancen Österreichs auf den Einzug in die Hauptrunde sieht Wille mit gemischten Gefühlen. „Es muss alles zusammenpassen, damit unser Nationalteam den überaus wichtigen Schritt in die Hauptrunde schafft.“ Zu den heuer in Umlauf gesetzten Vorwürfen der Schiri-Bestechungen, reagierte die EHF nach Meinung Willes mit der späten Bekanntgabe der Nominierungen perfekt. Wille selbst weiß zum Beispiel noch nicht in welchem Ort er als Delegierter eingesetzt wird. Seine Aufgabe ist aber klar definiert: Die Schiedsrichter beobachten, die Entscheidungen analysieren und tags darauf eine Nachbesprechung anhand der Video-Analyse durchführen. Und das wird alles andere als ein Handball-Urlaub. Steckbrief Helmut Wille Geb.: 29.12.1954. Wohnort Schwaz. Vater einer Tochter (27). Beruf: Bankangestellter. Aktiver Handballer: 28 Jahre. Aktiver Schiedsrichter: 26 Jahre. EHF-Delegierter: seit 2000. Sein EM-Favorit: Frankreich. |






