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Selbst hat er nie Handball gespielt. Christoph Platzgummer, einst Fußballer und Kaderlaufer im alpinen Skirennsport, wurde aber durch die Schnelligkeit und Dramatik des Hallenspiels zum Handball-Fan. Ehrenamtlich steht er als Vorsitzen der an der Spitze des lokalen OK-Teams des EM-Austragungsortes Innsbruck. „Handballfieber Tirol“ stand der 48-jährige verheiratete Vater von zwei Töchtern Rede und Antwort. Sie haben sich aus allen politischen und sportlichen Ämtern in der Landeshauptstadt zurückgezogen, sind aber als Vorstand des OK-Teams der Handball-EM geblieben. Weshalb? Platzgummer: Der Sport ist ein wesentlicher Teil meines Lebens. Und der Handball-Familie habe ich mein Herz verschrieben. Weil außerdem die Aufgabe kein politisches Mascherl trägt und weil ich das zu ende führen möchte was ich angefangen habe, fühle ich mich geradezu verpflichtet bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung zu helfen wo es nur geht. Es sind nur etwas mehr als 100 Tage zum EM-Beginn. Wie laufen die Vorbereitungen? Platzgummer: Dank der vielen Mitarbeiter laufen die Vorbereitungen sehr gut. Mit dem lokalen Manager Markus Burger ist aber auch ein Fachmann am Werk, der seine wertvollen Erfahrungen als Spitzenspieler, als ausgebildeter Sportmanager und als Ausrichter von Großveranstaltungen in Innsbruck einbringen kann. Kann man in Tirol Handball-Euphorie wecken? Platzgummer: Ich hoffe schon. Mit der Europameisterschaft soll ja nicht nur der Insider-Kreis, sondern auch die große Tiroler Sportler-Familie angesprochen werden. Ich selbst habe nie Handball gespielt, aber bin jetzt ein begeisterter Handball-Fan geworden, weil ich vom Tempo, der Härte und der Spannung des Hallenspiels infiziert wurde. Vom Publikumsinteresse wird natürlich viel vom Abschneiden des österreichischen Teams abhängen. Fest steht aber, dass in Innsbruck wieder ein internationaler Flair wehen wird. Sind die p.-r.-Aktivitäten ausreichend? Platzgummer: Ich glaube schon. Ein wichtiger Teil wird von den Medien getragen. Dort sind aber Werbe-Aktionen nicht billig. Grundsätzlich sind wir in dieser Hinsicht gut unterwegs, so dass die EM ein sportlicher Höhepunkt in Tirol werden wird. Wie läuft der Kartenvorverkauf? Platzgummer: Die Nachfrage ist riesig. Vor allem die Innsbrucker Olympiahalle scheint bei Spielen Deutschlands ausverkauft zu sein. Kann man die Kosten der Fußball- und der Handball-EM vergleichen? Platzgummer: Das sind grundverschiedene Dimensionen. Im Fußball waren die Gelder jedenfalls leichter zu lukrieren als im Handball. Dabei hat gerade Innsbruck mit den für den Fremdenverkehr wichtigen Nationen wie Deutschland, Schweden und Polen einen hohen Werbe-Wert. Ganz zu schweigen von den TV-Übertragungen, die bekanntlich über eine Milliarde Zuseher erfassen wird. Dabei wird die Marke Tirol noch bekannter werden als sie ohnehin schon ist. Wie ist es mit der Nachhaltigkeit? Platzgummer: In bezug auf neue Hallen darf man dem Handballern keine großen Hoffnungen machen. Durch die EM kann aber der Sport nicht nur ins Bewusstsein der Tiroler gebracht, sondern auch die Begeisterung dafür geweckt werden. Sie waren, wie sie selbst sagen, kein Handballer, welchen Sport haben sie betrieben und betreiben sie noch? Platzgummer: Ich war als Jugendlicher Kaderläufer im alpinen Skirennsport, dann Fußballer. Jetzt laufe ich und spiele Tennis. Dabei kann ich Stress abbauen und das Gehirn frei bekommen. Außerdem bin ich viel am Berg unterwegs, mache so genannte Hüttenrunden. Das Gespräch führte Robert Ullmann (Pressechef EURO 2010). Sprüche: Ich habe der Handball-Familie mein Herz verschrieben. Dort gehe ich auf. Es war mit immer wichtig verlässlich zu sein. Für mich ist wichtig der zu sein, der ich bin. Man ist nur ein Radl, aber nicht mehr. Viele Funktionäre verstehen oft mehr als Du selbst. Die Aufgabe hat kein politisches Mascherl. Steckbrief Dr. Christoph Platzgummer Geb.: 5. 10. 1961. Verheiratet mit Andrea. Kinder: Sylvia (25) und Sophie (20). Beruf: Verwaltungsbeamter/Jurist. Sport: Kaderläufer im alpinen Skirennsport; Fußball. Jetzt: Laufen, Tennis , Bergsteigen. |






